Chronik des Ortes Eppisburg

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Eppisburg liegt 2 km östlich von Holzheim am Nordabhang der Iller-Lech-Platte. Älteste Bodenfunde aus dem Bereich der Gemarkung entstammen der Hallstatt und Keltenzeit. Nördlich an Eppisburg vorbei führt die römische Donau-Süd-Straße von Günzburg zu den Burghöfen bei Druisheim. Die Befestigung Schloßberg am Schellenberg 1,5 km östlich von Eppisburg, ebenso wie der südlich über dem Ort gelegene Hohe Berg (Burgstall) gehen auf mittelalterliche Anlagen zurück.

1099 Hartwic de Eppinespurch ist als Zeuge bei einer Schenkung an das Domkapitel Augsburg genannt.

1130 Eppisburg wird als Eppinesburch genannt. Als ältester Inhaber der Burg Eppisburg darf wohl als das Geschlecht der Herren von Eppisburg angesehen werden. Im Schutz dieser Burg ließen sich Ansiedler nieder.

1140 Ein nach dem Orte benanntes Edelgeschlecht erscheint in weiteren Urkunden.

1264 Eppisburg wird in Urkunden als Eppisburch genannt, 1411 als Eppensburg

1285 Um das Jahr 1285 war Eppisburg mit seinen zwölf großen Bauernhöfen im Besitz der Edlen von Roth. Bereits um das Jahr 1285 ist in Eppisburg eine Kirche bekannt

1534 Nach der Säkularisation des Margarethenklosters kam Eppisburg an die Reichsstadt Augsburg.

1540 Für das im Jahre 1413 gestiftete Frühmeßbenefizium wird allein der Bischof von Augsburg zuständig. Um diese Zeit ist vermutlich auch der heute noch vorhandene Kirchturm errichtet worden.

1602 Die Reichsstadt Augsburg tauschte Eppisburg gegen das dem Hochstift Augsburg gehörende Oberhausen ein. Auch als hochstiftlicher Besitz war Eppisburg Sitz eines Vogtamtes, das dem hochstiftlichen Rentamt Dillingen unterstand.

1632 Die Schrecken des 30jährigen Krieges bekam auch Eppisburg in hohem Maße zu spüren. Im Jahre 1632 war der Schwede in unsere Gegend gekommen und hat geraubt, geplündert, geschändet, getötet, verwüstet, verbrannt. Die Leute flohen in ihrem Schrecken in die Stadt oder in die Wälder, doch dem Tode entronnen sie nicht. Mit dem Feinde kamen die Hungersnot und die Pest ins Land.

1639 Eppisburg besaß im Jahre 1639 noch elf Bauernhöfe, davon einer verödet, mit insgesamt 20 Rossen und 13 Kühen. Sölden waren es 48, davon 28 verödet, mit insgesamt nur zwei Rossen und 19 Kühen.

1648 Nach dem Friedensschluß von 1648 und dem Abziehen der Feinde regte sich bald wieder neues Leben. Der Boden wurde wieder bebaut, die Bevölkerung, die auf ein Drittel zusammengeschmolzen war, nahm wieder zu.

1654 Jacob Fischer übernimmt den "Baumann-Hof" Hs.Nr. 2 in Eppisburg. Grundherr über diesen Hof war das Augsburger Domkapitel, Dompropstei. Bemerkenswert ist bei diesem Jacob Fischer noch, daß er als Eppisburger Bauer und Einwohner zu den Gerichtsleuten von Holzheim gehörte.

1788 Bis zu dieser Zeit hatte Eppisburg keine regelmäßige Schule. Der Unterricht wurde bis zu diesem Jahre von dem ungeprüften Mesner und Söldner Ulrich Kapfer an freiwillig Erscheinende in den Wintermonaten gehalten.

1789 Der erste geprüfte Lehrer war Josef Kapfer, der den Schuldienst von 1789 bis 1855 versah. Das Vogtamt mit hochstiftlichem Besitz untersteht dem Pflegamt Weisingen.

1800 Eppisburg hatte 75 Wohnhäuser

1803 Mit der Säkularisation fiel Eppisburg an das Land Bayern und am 1.6.1804 dem Landgericht Dillingen unterstellt.

Schmiede

Alte Schmiede in Eppisburg (1960)

 

1846 Ein eigenes Mesner- und Schulhaus wird 1846 gebaut (heute Vereinsheim). Das erste Schulgebäude befand sich auf Hausnummer 77 (heute Anwesen Link).

 

1850 In Eppisburg macht sich die Bestrebung geltend, sich von der Pfarrei Holzheim loszulösen, um eine eigene Pfarrei zu gründen. Besondere Verdienste in dieser Sache erwarben sich der Bräuer Grimminger Bernhard, der Schmied Striegel Andreas und der Modelweber Josef Müller.

1859 Am 26.03.1859 beschließt die Gemeinde, daß die Frühmeßstiftung in Eppisburg zur Pfarrei erhoben wird. Der Antrag wird am 31.3.1859 an die königliche Regierung gestellt. Am 24.3.1862 genehmigt König Max II. die Errichtung der Pfarrei. Da Eppisburg noch keinen Friedhof hatte, haben sich die Bauern Anton Wiedemann und Jakob Schuster durch ein Protokoll vom 26.3.1859 bereit erklärt, das Grundstück hierfür von ihrem Grundbesitz untentgeltlich abzutreten.

1860 Pfarrer Prestele von Holzheim sah die Bestrebungen auf Errichtung einer eigenen Pfarrei sehr ungern und tat alles um dies zu verhindern. Als er dann im Jahre 1860 als Spitalpfarrer nach Dillingen zog, fielen auch diese Widerstände weg und die Errichtung der Pfarrei schritt rüstig voran.

1862 Am 6. Dezember 1862 wurde als erster Pfarrer der Pfarrei Eppisburg der Hochw. Herr Martin Pichler aus Landsberg feierlich installiert. Über die Verlosung der Kirchenstühle durch den neuen Pfarrer kam es zu einem regelrechten Kirchenstreik. Pfarrer Pichler hat die Verlosung vorgenommen, bevor der Vorsteher Wagner in der Sitzung erschienen war. Das empfand dieser als Zurücksetzung, um so mehr als manche Kleinhäusler durch das Los Stände erhalten hatten. Aus Verdruß darüber gingen einige Männer ein Jahr lang auswärts in die Kirche. Den Frauen ging das so zu Herzen, daß sie sich an den Bischof Pankratius und an die königliche Regierung um Abhilfe wandten. Langsam aber fanden sich alle Eppisburger wieder in ihrer Kirche ein, nur einer blieb für immer aus. Und er Pfarrer erlaubte sich oft den Satz zu sagen: "Es ist eine Kunst eine Kirche so zu bauen, daß alle Platz haben bis auf einen".

1865 Die alte Kirche muß um die Mitte des vorigen Jahrhunderts recht unansehnlich ausgesehen haben. Die Altäre waren schwarz und verrußt, der Schutt stieg an der südlichen Außenwand der Kirche fast bis zur Fensterhöhe. Als man ihn dann wegräumte, um den Platz etwas freier zu gestalten, fand man 30 bis 40 menschliche Grippe, wie auf einem Begräbnisplatz gelagert. Offenbar handelte es sich hier um einen eingegangenen alten Friedhof, um den aber kein Lebender mehr wußte. Die Gebeine wurden später zwischen Turm und Sakristei wieder beigesetzt.

1870/71 Aus Eppisburg dienten im Deutsch-Französischen Krieg 29 Männer in den Bayrischen Armeen, die alle wieder in ihre Heimat zurückkehrten.

1881 Im März zersprang die 1810 gegossene große Glocke. Sie wurde daraufhin zusammen mit der kleinen Glocke in der Glockengießerei Augsburg eingeschmolzen. Eppisburg erhielt für den Betrag von 3500 Mark ein neues Geläute mit 3 Glocken. Der Behringer-Bauer hat die Glocken in Augsburg geholt.

1888 Am 4. Oktober wird Pfarrer Andreas Kuhn in Eppisburg installiert.

1895 Pfarrer Josef Buhmann aus Oberreute wird Pfarrer in Eppisburg.

1900 Am 1. Oktober wird im Schulhaus eine Postagentur errichtet und dem damaligen Lehrer Friedrich Berger übertragen.

1906 Im Jahre 1906 wurde eine neue Orgel durch die Firma Link aus Giengen/Brenz eingebaut.

1909 Die Postagentur Eppisburg erhält einen Telefonanschluß

1913 Die Gemeinde beschließ den Neubau eines Schulhauses. Der Stadel des bisherigen Schulgebäudes wird abgebrochen und an der Südseite ein Gebäude mit 2 Schulsälen errichtet. Das bisherige Schulgebäude wird als Lehrerwohnung genutzt.

1914 - 1918 114 Männer aus Eppisburg zogen als Soldaten in den 1. Weltkrieg. 27 Männer mußten in diesem Krieg ihr Leben lassen.

1918rekruten

Rekruten 1918 – rechts Winkler Leonhard, sitzend rechts Johann Bschorer, sitzend links Johann Friegel

1921 Pfarrer Buhmann verstirbt und wird auf dem Friedhof in Eppisburg bestattet.

1922 Pfarrer Ganzenmüller schlägt dem Gemeinderat und der Kirchenverwaltung vor, die Kirche bis auf den Turm abzubrechen. Am 7.12. 1922 beginnt der Abbruch des Langhauses. Der neue Pfarrer bringt in dieser schweren Zeit es soweit, daß am Ostermontag, den 2. April 1923 bereits der Grundstein für den Neubau gelegt wird. Im gleichen Jahr an Mariä Himmelfahrt steht der Rohbau. Zum Weihnachtsfest 1924 wird der neue Hochaltar aufgestellt. Der Neubau des Langhauses dauerte bis 1925.

1939 - 1945 Im 2. Weltkrieg hatte Eppisburg einen besonders hohen Blutzoll zu zahlen. Von den 164 Männern und 2 Frauen, die zur Wehrmacht eingezogen wurden, mußten 70 Männer in den Kämpfen oder in den Lazaretten sterben. Die Kirchenglocken mußten abgegeben werden und wurden für Kriegszwecke einschmolzen. Von Bombardierungen und Kampfhandlungen ist Eppisburg verschont geblieben.

1945 Am 23. April marschiert eine Kompanie des US 15.Infanterie-Regiments mit Teilen der 12. Panzer-Division in Eppisburg ein und besetzt alle zweistöckigen Häuser. Die Bewohner müssen sich für die Besatzungszeit mit dem Kuhstall oder Stadel als Wohnung begnügen. Die in Eppisburg lebenden Kriegsgefangenen werden entlassen. Die Wehrmachtsangehörigen müssen sich beim Bürgermeister zur Registrierung melden. Das Dorfleben kommt vollständig zum Erliegen.

1946 Durch die Unterbringung zahlreicher Heimatvertriebener wächst die Einwohnerzahl von bisher 500 auf über 700 Einwohner an.

1950glocken

1950 Die Kirche von Eppisburg erhält aus der Lauinger Glockengießerei 3 neue Glocken. Diese werden vom Behringerbauer mit seinem Schlepper abgeholt.

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1952 Der Friedhof in Eppisburg erhält ein Leichenhaus

1959 - 1963 Eppisburg erhält eine Kanalisation und eine neue Durchgangsstraße. Der Teerbelag für die Straße wird im April 1963 aufgebracht.

1967 Bürgermeister Mayr hat erreicht, daß der Postbus ab dem Winterfahrplan über Eppisburg verkehrt

1970 Mit Ende des Schuljahres 1969/70 wird der Schulbetrieb an der Volksschule Eppisburg eingestellt. Die Kinder fahren mit dem Schulbus seit Beginn des neuen Schuljahres zur Verbandsschule nach Weisingen.

1978 Die Gemeinde Eppisburg verliert ihre Selbständigkeit